Der Vodka (Wodka)

Inhalt

Einleitung
Vodka oder Wodka?
Was ist Vodka?
Herstellung des Vodkas
Geschichte des Vodkas
Vodka richtig genießen
Bekannte Vodka-Marken
Absolut Vodka
Vodka Gorbatschow
SKYY Vodka
Grey Goose Vodka
Russian Standard
Allgemeines

 

Einleitung

Seit Jahrhunderten erfreut sich der Wodka wachsender Beliebtheit. Unweigerlich ist sein Schicksal auch mit dem Russlands verknüpft. Zunächst nur als Arzneimittel und als Bestandteil religiöser Zeremonien bekannt, erlangte er im Laufe der Jahre immer mehr Liebhaber auf der ganzen Welt. In Deutschland lassen die Verkaufszahlen des Wodkas viele andere Spirituosen, wie Rum und Brandy, weit hinter sich. Weltweit wird der Wodka-Umsatz auf über 12 Milliarden Dollar geschätzt.

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Vodka oder Wodka?

Da der Wodka aus Russland stammt und die Übersetzung des russischen Bs im deutschen ein W ist, wäre die richtige Bezeichnung sicherlich Wodka. Anders sieht es im englischen aus, dort wird das B mit V übersetzt. In Deutschland hat sich Vodka mit V allerdings mehr durchgesetzt und wir finden bei und Vodka häufiger als Wodka. Wir haben uns entschlossen in diesem Text die Überschriften mit V und inerhalb des Textes mit W zu schreiben, so können wir beide Schreibweisen würdigen.

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Was ist Vodka?

Qualitativ hochwertigen Wodka erkennt man daran, dass er klar und ohne jegliche Schlieren ist. In seinem Geruch sollten keine fremdartigen, scharfen Nuancen zu finden sein. Purer, hochwertiger Wodka sollte sich sanft anfühlen auf der Zunge.

Seine klare, wasserähnliche Erscheinung brachte der Spirituose den Namen Wodka ein, der im Slawischen Wässerchen bedeutet. Er wird  meist aus Getreide wie Roggen, Dinkel, Gerste oder Weizen hergestellt, aber auch die Herstellung aus Kartoffeln ist möglich. Dies ist eine seiner ursprünglichen Formen. 
Aufgrund seiner Destillation ist der Wodka, unabhängig vom Ausgangsstoff, meist geschmacks- und geruchsneutral. Durch seinen hohen Reinheitsgrad enthält er kaum Fuselöle. Diese Begleitstoffe im Alkohol lösen den gefürchteten „Kater“  und die ungeliebte „Fahne“ am  Morgen danach aus.

Seine Neutralität in Geschmack und Geruch macht den Wodka zu einem besonders beliebten Cocktail-Bestandteil. Allerdings werden inzwischen auch Wodka-Sorten hergestellt, die unter anderem Aromen wie Citrus enthalten. Produziert wurde der klare Branntwein ursprünglich vor allem in Russland, Polen, Finnland und Schweden, doch inzwischen ziehen weltweit auch andere Länder nach.

Für die Herstellung des Wodkas wird vor allem Wasser benötigt, denn mehr als die Hälfte des Inhaltes einer Wodka-Flasche ist reines Wasser. Das Wasser spielt für den Geschmack deswegen eine große Rolle und muss möglichst weich sein. Mit Aktivkohle, Sandfiltern oder Ionenaustauschern kann dem Wasser seine „Härte“ entzogen werden. Destilliertes Wasser eignet sich wegen der hohen Kosten und des mangelhaften Geschmacks nicht für die Herstellung. Dem Wasser können die verschiedenen Rohstoffe hinzugefügt werden.

Die kostengünstigste, doch geschmacklich nicht hochwertige Möglichkeit ist die Zugabe von Melasse als Grundstoff des Wodkas. Dieses Nebenprodukt der Zuckerherstellung führt zu einem süßlichen Geschmack des fertigen Alkohols.

Traditionell wird Wodka aus Getreide hergestellt. Besonders beliebt ist, vor allem in der russischen Produktion, der Roggen. Er macht den Wodka mild und lieblich. Die preiswerte Alternative ist der Weizen, der sich unter anderem in der Wodka-Produktion Nordamerikas findet. Seine Stärke lässt sich leichter als die des Roggens in den benötigten Zucker umwandeln. Wodka, der aus diesen Grundstoffen hergestellt wird, gilt als besonders edel. Doch auch andere Getreidesorten, wie Mais, lassen sich zu Wodka verarbeiten.

Die Stärke der Kartoffel kann ebenfalls für die Produktion von Wodka verwendet werden. Heute gibt es Wodkas aus Kartoffeln auch in höherer Qualität, doch ursprünglich war die Herstellung schwierig und das Ergebnis nicht besonders gut. Und auch heute ist der Geschmack des Wodkas aus Kartoffeln eher markant und schwer. Doch es können sogar „exotischere“ Grundstoffe für die Herstellung verwendet werden, wie zum Beispiel Sojabohnen, Reis und ähnliche Produkte, sowie Weintrauben und andere Früchte.

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Herstellung

Wodka ist ein äußerst reines Endprodukt, bei dessen Herstellung viel Wert auf Filtration und Reinigung gelegt wird, wobei dies wesentlich mehr auf die europäischen und nordamerikanischen Produzenten zutrifft. In den Ursprungsländern des Wodkas verzichten einige Hersteller sogar auf zu häufiges Filtrieren, um den Charakter und Geschmack des Wodkas besser erhalten zu können.

Für die Produktion von Wodka wurden in Deutschland bestimmte Herstellungsschritte in der Spirituosenverordnung 110/2008 festgelegt, die Destillation und Filtration betreffen. Auch der Alkoholgehalt von mindestens 37,5% ist hier festgehalten.

Wichtigster Teil der Wodka-Herstellung ist die Destillation. Sie ist ein thermisches Trennverfahren, das den Menschen schon seit der Jungsteinzeit bekannt ist. So sind die ersten Aufzeichnungen über die Destillation in Mesopotamien zu finden. Ihren Beginn fand sie allerdings nicht in der Destillation des Alkohols, sondern in der Gewinnung ätherischer Öle und auf hoher See. Dort entdeckte eine Schiffsbesatzung aus Griechenland zufällig, dass es möglich ist, salziges Meerwasser trinkbar zu machen, wenn man es zuvor destilliert. Doch erst der griechische Philosoph Aristoteles unterzog die Destillation einer genaueren Analyse und erkannte ihren Stellenwert in der Naturwissenschaft. 

Die richtige Nutzung des Verfahrens begann erst um 1000 Jahre n. Chr. Für die Destillation ist es nötig, dass die Flüssigkeiten unterschiedliche Siedepunkte haben und sich somit bei gleicher Temperatur unterschiedlich verhalten.

Für die Destillation des Wodkas muss zunächst eine Maische hergestellt werden. Hierfür werden die oben bereits erwähnten Rohstoffe, wie Getreide oder Kartoffeln, zerkleinert und mit Wasser vermischt. Ziel ist es, die enthaltene Stärke in Zucker umzuwandeln. Damit die entstehenden wichtigen Bakterien sich nicht unkontrolliert weiterentwickeln, wird die Maische durch Abkochen sterilisiert. Nach der Sterilisation werden der Maische Milchsäurebakterien zugefügt, um die Säure der Maische zu erhöhen.

Anschließend werden dem Gemisch Gärungsmittel, wie Hefe, zugesetzt. Diese wirken als Katalysatoren und ermöglichen innerhalb von ein paar Tagen die Umwandlung des aus der Stärke gewonnenen Zuckers in Ethyl-Alkohol. Der entstandene Alkohol wird in Destillationstürme aus Edelstahl gefüllt, dort ständig bewegt und durch Dampf erhitzt, bis seine Dämpfe aufsteigen und kondensieren. Sie sammeln sich in höher gelegenen Kammern. Dies nennt sich kontinuierliches Verfahren. Die Flüssigkeit enthält nun 95-100 Prozent Alkohol. Durch die Zugabe von Wasser wird der Alkoholgehalt auf 40 Prozent gesenkt.

Die meisten unerwünschten Stoffe werden bereits durch Refraktion und Destillation aus dem Wodka entfernt. Trotzdem durchläuft der Wodka zumindest in Europa und Nordamerika noch weitere Stadien der Filtration. Zuerst wird der Wodka durch Aktivkohle, anschließend durch Eiweiß gefiltert, und abschließend erfolgt eine Destillation bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Um sicherzugehen, dass keine Fremdstoffe mehr enthalten sind, wird der Wodka danach ein letztes Mal durch ein Filterpapier gesiebt. Wodka wird, im Gegensatz zu vielen anderen Spirituosen, nach der Fertigstellung nicht noch weiter eingelagert, sondern ist dann trinkfertig.

Nach seinem langen Weg wird der Wodka nun in Glasflaschen gefüllt. Hierbei ist das Material der Flasche besonders wichtig, denn andere Materialien, wie Plastik, können mit dem Alkohol reagieren und seinen Geschmack und die Qualität beeinflussen.

Besonders in den Ursprungsländern des Wodkas ist es beliebt, dem Wodka nach der Destillation verschiedene Geschmacksrichtungen zuzufügen. Diese reichen von Pfeffer über Schokolade oder Früchten bis hin zu Honig. In den USA werden sogar Wodkas mit dem Geschmack nach gebratenem Speck hergestellt. Bitter schmeckenden Wodkas wurden oft Kräuter hinzugefügt.

Die Bezeichnungen auf Wodka-Flaschen geben Aufschluss über die Aromatisierung. Der „alte“ Wodka Starka kann mit allem, was das Herz begehrt, aromatisiert sein. Von Portweinen bis hin zu Trockenfrüchten ist alles erlaubt. Etwas bekannter ist der Wodka mit Zitronengeschmack – der Limonnaya. Getrocknete Orangen- und Zitronenschalen geben dem Kubanskaya seinen Namen. Der Pertsovka wird mit verschiedenen Pfeffersorten aromatisiert. Ganz besonders sind der Okhotnichya und der Zubrovka. Erster wird mit Anis, Kaffe, Ingwer, Zucker, Wein und weiteren Gewürzen angereichert. Der Zubrbrovka erhält sein Aroma durch das Bisongras. Es ist die Leibspeise der seltenen Europäischen Bisons.

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Geschichte

Polen oder Russland – bis heute ist strittig, welches Land den Wodka nun tatsächlich erfunden hat. Doch der Europäische Gerichtshof entschied, dass der Wodka nun offiziell den Russen zuzuschreiben ist.

Italienische Kaufleute brachten das Aqua Vitae, ein starkes alkoholisches Getränk, und die Kunst der Destillation auf der Durchreise nach Moskau. Bereits im Jahre 1174 erscheinen die Vorformen des Wodkas in der Chronik von Wjatka. Zunächst erfreute der Alkohol sich bei Hofe wegen des strengen Geschmackes nicht sonderlich großer Beliebtheit und war mehr als Arzneimittel in Gebrauch. Vor dem Genuss wurde der Wodka meist mit Wasser verdünnt. Im Jahre 1448  begannen russische Bauern, aus ihrem Getreide selbst Wodka herzustellen. Sie hatten einen Getreide-Überschuss und stellten das „Wässerchen“ anstelle von Brot her. Da der Wodka aus dem gleichen Ausgangsstoff bestand, nannte man ihn auch „Brotwein“. 20 Jahre später war die Alkoholbrennerei in Russland weit verbreitet. 

Zar Ivan III. hatte kurz vor Beginn des 16. Jahrhundert die Idee, die Produktion und den Verkauf des Wodkas zu verstaatlichen und so ein Monopol dafür einzurichten. Um das Jahr 1500 soll der Wodka dann zum ersten Mal in die Länder des Schwertbrüderordens sowie Estland und Schweden exportiert worden sein. Unter Ivan IV. um das Jahr 1533 wurden Tavernen, so genannte „Kabaks“, eröffnet. In diesen Zarentavernen konnten Wodka und andere alkoholische Getränke erstanden und konsumiert werden. Mitglieder der Armee des Zaren waren dort oft Stammgäste, weil sie zu den Wenigen gehörten, die über ein entsprechendes Einkommen verfügten. Diese Tavernen waren für den Staat äußerst profitabel. Deswegen entschieden spätere Herrscher, dass das Monopol behalten und die Auflagen noch strenger wurden.
Zu seinem Namen kam der Wodka aber erst um das Jahr 1540. Bis dahin wurde er unter verschiedenen Namen, wie „Korchma“ oder „scharfer Wein“ bestellt.

Im 17. Jahrhundert gab es einige Revolten in Russland, und auch die Tavernen-Besitzer und ihre Handlanger beteiligten sich daran. So kam es, dass bis ins 18. Jahrhundert Wodka nur in den Tavernen hergestellt wurde, die der russische Zar dazu autorisiert hatte. Die Qualität der gewonnenen Spirituosen ließ im Laufe der Zeit allerdings zu wünschen übrig.

Zar Peter I. „Der Große“, erster Kaiser des Russischen Reiches, entschied, dass die Wodka-Herstellung von nun an auch von Adel mit Landbesitz und Händlern ausgeübt werden dürfe, aber eine Steuer fällig wird. Mit Hilfe von Pachtverträgen und Steuern für die Produzenten wollte er den Gewinn des Staates am Wodka weiter maximieren.

Seine Nachfolgerin Katharina II., ebenfalls „Die Große“, reformierte die Wodka-Herstellung erneut. Nur noch dem Adel und staatlichen Brennereien war es erlaubt, Wodka zu produzieren. Sie befreite den Adel wieder von der unter Zar Peter I erhobenen Steuer. Den Kaufleuten, die vor der Herrschaft von Katharina II. Wodka produzierten, war dies nun verboten. Zwar versuchten sie es mit allerhand Tricks, doch wenn ihre Versuche aufgedeckt wurden, standen ihnen harte Strafen und die Schließung ihrer Destille bevor. Durch diese privilegierte Produktion stieg die Qualität des Wodkas, und die Spirituose wurde erstmals auch außerhalb Russlands verkauft. Im Gegensatz zu dem in den staatlichen Fabriken hergestellten Wodka war der hausgemachte Wodka oft mit Kräuterzusätzen, Beeren oder Früchten verfeinert. In der gesellschaftlichen Oberschicht gehörte es zum guten Ton, Wodka-Sorten mit allen Geschmacksrichtungen sortiert nach dem russischen Alphabet zu besitzen.

Der russische Adel war nicht auf den Kopf gefallen und manipulierte den Wodka-Markt, so dass die staatlichen Destillen schon bald ein Ende fanden. Der ohnehin knappe Wodka wurde nun noch knapper. Importe minderwertigen Alkohols und Schwarzbrennerei waren die Folge. Außerdem zerrütteten Inflation und Unruhen Russland. Um die Wodka-Herstellung wieder besser kontrollieren zu können, wurde diese 1890 schließlich wieder  zu einem Staatsmonopol. Nur Sibirien war von dieser Anordnung ausgenommen, weil dort eine Kontrolle schwer möglich war.

Nachdem der Krieg mit Napoleon vorüber war und die französischen Truppen wieder in ihre Heimat zogen, in ihrem Gepäck der Wodka, fand das russische Wässerchen in Frankreich großen Anklang und galt als edles Getränk in vornehmen Kreisen. Um 1890 beschäftigte sich, auf staatliche Anordnung hin, der russische Chemiker D. I. Mendeleev mit dem richtigen Verhältnis zwischen Alkohol und Wasser. Aufgrund seiner Arbeit wurde ein Nationaler Standard eingeführt, der russlandweit in der staatlichen Wodka-Produktion galt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden der Wodka nur in Fässern verkauft, danach wurde er auch in Flaschen abgefüllt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fristete der Wodka sein Dasein trotz Prohibition und strenger Verkaufsreglements. Die Wodka-Brennerei blieb in Russland verboten. Heute bekannte Wodka-Marken, wie Smirnoff und Gorbatschow, wanderten zu dieser Zeit aus. Natürlich ließ die Bevölkerung sich die Wodka-Brennerei nicht verbieten und produzierte heimlich weiter bis ins Jahr 1936. Von diesem Zeitpunkt an war die Produktion bestimmter Mengen wieder erlaubt. Im Zweiten Weltkrieg war sogar eine Tagesration Wodka für jeden Soldaten vorgesehen.

Im Westen Europas wurde der Wodka dann durch ein britisches Cocktail-Buch  immer bekannter. Dort wurde unter anderem der „Blue Monday“ mit Wodka, Blue Curacao und blauem Fruchtsaft vorgestellt. Im Jahre 1953 wurde der russische Wodka auf einer Schweizer Ausstellung mit einer Goldmedaille geehrt. Der Wodka konnte seinen Siegeszug immer weiter führen. In den 1940ern schwappte der Wodka-Boom in die kalifornische Schauspiel-Metropole Los Angeles. In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde er auch in New York immer populärer und knackte 1954 die Verkaufsmarke von einer Million in den USA. Mitte der sechziger Jahre schlugen die Verkaufszahlen des Wodkas die des Gins, zehn Jahre später auch die des Whiskeys. Er war so erfolgreich, dass nicht alle den angemessenen Umgang mit ihm fanden. In Russland wurden unter Generalsekretär Gorbatschow  1985 dann Maßnahmen zur Prävention von Alkoholmissbrauch eingeleitet. Für die Wodka-Hersteller war das ein harter Schlag, von dem sie sich nur langsam erholten.

Der Zerfall der Sowjetunion 1990 brachte den Kapitalismus auch in die Wodka-Brennereien Russlands. Unter Boris Jelzin wurde das Staatsmonopol der  Wodka-Produktion aufgehoben. Aus- und inländische Investoren kauften einige erfolgreiche Destillen, andere legte der Staat zu einer Großbrennerei zusammen. Die Qualität des produzierten Wodkas ließ ohne staatliche Kontrollen so rapide nach, dass einige Produkte als gesundheitsgefährdend eingestuft wurden. Also entschied der Staat im Jahre 1993, die Herstellung und den Vertrieb von Alkohol wieder mehr zu verstaatlichen und zu reglementieren.
Ende des 20. Jahrhunderts entfielen 25 Prozent des amerikanischen Spirituosen-Marktes auf den Wodka.

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Vodka richtig genießen

Wer es ursprünglich mag und einen hochwertigen Wodka zur Hand hat, genießt ihn pur und leicht gekühlt (5-7°C) in einem kleinen Glas (Shooter).
Besonders wichtig: Nicht der Wodka selbst sollte eisgekühlt sein, sondern das Glas, aus dem er getrunken wird!
Optimal ist es, Wodka und Gläser eine Stunde vor dem Genuss ins Tiefkühlfach zu legen. Nur minderwertiger Wodka sollte besonders gut gekühlt sein, um den schlechten Geschmack etwas zu kaschieren. Generell sollte der Wodka aber nicht im Eiskühlfach gelagert werden. Das zerstört sein Aroma.

Nippen ist beim Wodka ein Fauxpas, meist wird der edle Tropfen in einem Zug getrunken. Gut schmeckt es, wenn man direkt nach dem Wodka-Shot zwei Scheiben Zitrone lutscht. Danach sollte man zu kleinen, deftigen Häppchen wie eingelegten Gurken, Mixed Pickles, Räucherfisch, gepökeltem Fleisch, Kaviar oder ähnlich Deftigem greifen. Diese Häppchen werden auf Russisch Zakusis genannt. Gefolgt sollten sie von etwas Öligem, wie Sardinen, werden. Die Appetizer bilden eine gute Basis für das starke Getränk und helfen mehrere Wodka-„Kurze“ zu überstehen.

Ganz wichtig und auch von den Spezialisten des Russian Standard wird nahegelegt: Ein Toast vor dem Trinken ist traditionell ein Muss!
Von „Lasst uns auf die Liebe trinken!“, über „Auf unser Zusammensein!“ bis hin zu „Bis zum heldenhaften Ende!“ ist alles erlaubt – nach dem letzten Trinkspruch muss das Glas natürlich in einem Zug geleert werden. Angeblich blickt man beim Zuprosten seinem Gegenüber nicht nur in die Augen, sondern auch direkt in die Seele, erklärt Russian Standard. Es gilt das russische Sprichwort „Trinken ohne Trinkspruch ist Trinksucht!“.

Beliebt ist der Wodka aber nicht nur pur. Auch als Bestandteil von Cocktails erfreut er sich großen Zuspruches, da er den Geschmack der anderen Zutaten nicht mit seinem eigenen überdeckt, aber den gewünschten Alkoholgehalt des Getränkes merklich hebt.

Ein bekannter Wodka-Cocktail ist der Screwdriver mit Orangensaft. Angeblich hat er seinen Namen von den amerikanischen Ingenieuren, die heimlich Wodka in ihren Saft mischten und sie mit ihren Schraubendrehern (englisch: Screwdriver) umrührten.
Auch der aus dem amerikanischen Florida stammende und vom Spring Break inspirierte Sex on the Beach ist ein populärer Cocktail. Laut Internationaler Barkeeper Vereinigung wird er aus Cranberry- und Orangensaft, Pfirsich-Schnaps und natürlich Wodka gemixt.
Hochprozentig ist der Long Island Ice Tea. Tequila, Gin, Rum und Wodka sorgen für einen schwindelerregenden Alkoholgehalt. Für den Geschmack gibt es dann je nach Rezept noch Cola, Eis-Tee, oder Zitronensaft dazu.
Etwas deftiger und passend zum Vampir-Hype wird es mit dem Bloody Mary. Tomatensaft und Wodka sind seine Hauptbestandteile, doch richtig spannend wird es erst mit der Zugabe von Tabasco, Worcester-Soße, Salz und Pfeffer, Sellerie oder Ähnlichem. Selleriestangen werden auch als Dekoration für diesen Drink benutzt. Manch einer nimmt fälschlicherweise an, der Bloody Mary könnte den Kater am „Morgen danach“ kurieren, und in den USA wird der deftige Cocktail auch gerne zum Brunch genossen.

Einige Wodka-Cocktails schafften es sogar bis in Film und Fernsehen. So kennt wohl jeder den unverwechselbaren Spruch des britischen Geheimagenten James Bond an der Bar: „Geschüttelt, nicht gerührt!“. Er spricht von seinem Lieblingsgetränk, dem Wodka Martini. Der Martini soll sogar vor dem Altern schützen, indem der durch das Schütteln zugeführte Sauerstoff in Kombination mit den anderen Zutaten im Körper freie Radikale beseitigt. Sie schädigen das Immunsystem. Der Drink hat also eine antioxidantische Wirkung. Hergestellt wird der 007-Cocktail nach dem Originalrezept mit Gordon’s, Kina Lillet und natürlich Wodka (am besten auf Getreidebasis). Serviert wird er eisgekühlt und mit einem Stück Zitronenschale in einem so genannten Cocktailspitz. Anstatt der Zitronenschale können auch grüne Oliven zugefügt werden. Der Drink wird in einem Shaker zwar mit Eis gemischt, wird anschließend aber in ein Glas gefüllt und enthält dort keine Eiswürfel oder Eisstückchen. 007 genießt seinen Cocktail „straight up“.
Spätestens seit der amerikanischen TV-Serie Sex and the City ist auch der Cosmopolitan in aller Munde. Triple Sec, Cranberry- und Limettensaft und Wodka verführen nicht nur die Damen. Serviert wird er ebenfalls in einem Cocktailspitz mit garantiertem Glamour-Faktor.

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Bekannte Vodka-Marken

Wie bei vielen Spirituosen ist auch beim Wodka alles vertreten: Marken aus dem Niedrigpreissegment ebenso wie durchschnittliche Ware oder gar Premiummarken. Hier macht nicht nur der Preis einen Unterschied, sondern auch der Geschmack.


Absolut Vodka

Seit über 400 Jahren lebt die Tradition der Vodka-Herstellung in Schweden. Der Schwede Lars Olsson Smith aus Åhus entwickelte 1879 eine neues revolutionäres Verfahren zur Herstellung, nämlich das der kontinuierlichen Destillation. Bei diesem Verfahren wird der Vodka vielfach destilliert und dabei trennt sich dabei von vielen nicht erwünschten Inhaltstoffen. Für die Herstellung von Absolut Vodka wird aus frischen Quellwasser aus Åhus und Winterweizen verwendet. Damit ein extra hartes Korn entsteht, wird der Weizen im Herbst gesät, er wächst dann unter Schnee um im Folgendem Frühjahr geerntet zu werden. Absolut Vodka kommt gänzlich ohne Zucker aus, welcher sonst üblicherweise zugeführt wird. Die markante Flasche des Vodkas hat seiner Form einer Arzneimittelflasche zu verdanken, die als Vorlage diente. Ursprünglich hieß der Vodka Absolut Rent Bränvin, was so viel heißt wie, absolut reiner Vodka. Aus Marketinggründen entschied man sich den Vodka einfach in Absolut Vodka um zu benennen. Mit Erfolg, den Absolut Vodka hat sich weltweit zur drittgrößten Spirituosen-Marke etabliert. Absolut Vodka wird nur in Schweden hergestellt und das auch noch in der traditionellen Destillerie in Åhus. Der Betrieb war bis 2008 unter Flagge von Vin&Spirit, einem schwedischen Staatsunternehmen, doch die verkauften dann an die fanzösiche Pernod Ricard Gruppe. Der Firmensitz blieb aber nach wie vor in Schweden, Stockholm. Seit 1987 präsentiert Absolut jährlich eine Sonderedition, bei den die Flaschen von Designer-Größen aus der Fashionwelt entworfen werden. Absolut Vodka bezeichnet diese Editionen als Hommage an die Welt der Mode. Diese Flaschen sind begehrte Sammlerflaschen, die schnell vergriffen sind.

 

Wodka Gorbatschow

Nach eigenen Angaben ist der Wodka Gorbatschow Deutschlands meistgetrunkener Wodka. Von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) erhielt der Gorbatschow bereits vier Mal den goldenen Preis. Beim Internationalen Spirituosen Wettbewerb (ISW) heimste er die Silbermedaille ein. Trotz seiner Auszeichnung gehört der Gorbatschow zu den preiswerteren Wodkas. 

Er ist in unterschiedlichen Varianten erhältlich. Ein blaues Etikett auf der Flasche zeigt einen Alkoholgehalt von 37,5 % an. Ein schwarzes Etikett bedeutet, dass der Wodka einen Alkoholgehalt von 50 % aufweist. Beide sind klar und ohne Geschmacksstoffe. Der ebenfalls klare Wodka Gorbatschow Citro ist verfeinert mit Zitrone und mehrfach DLG- und ISW-prämiert. Alle drei Varianten eignen sich zum puren Genuss oder als Bestandteil von Cocktails. Der Wodka Platinum 44 ist die Premiummarke aus dem Hause Gorbatschow und ist ebenfalls mehrfach DLG und ISW prämiert. Im Jahre 2010 war er die „Klare Spirituose des Jahres“. Er wird nach dem gewöhnlichen Destillierverfahren zusätzlich vierfach mit einem speziellen Kälteverfahren gefiltert und hat einen Alkoholgehalt von 44 %. Wodka Gorbatschow gibt es sogar in der Dose als Gorbatschow&Lemon in Wodka-Lemon-Manier. Dieses Mixgetränk hat einen Alkoholgehalt von 10 %.

Der Gorbatschow-Wodka wurde von Leontowitsch Gorbatschow im russischen St.Petersburg vor dem ersten Weltkrieg destilliert. Mit dem Ende der Zarenzeit flohen die Gorbatschows, wie viele ihrer Landsleute, gen Westen. Die Familie verschlug es nach Berlin, wo sie 1921 erneut und mit ihrem originalen Wodka-Rezept begannen,  den edlen Tropfen herzustellen. Zunächst erfreute sich nur die eingewanderte Bevölkerung am Gorbatschow, doch schon bald entdeckten auch die Deutschen die Spirituose für sich. Durch die zweimalige Filterung über Holzkohle gewann der Wodka der Gorbatschows seine Milde und Reinheit, die ihn so beliebt machte. Über Aktivkohle wird der Wodka heute sogar drei Mal kältegefiltert.

Auf - 12°C wird der Wodka in einem Wärmetauscher für die dreifache Kältefilterung herunter gekühlt. Der bereits kalte Wodka kühlt den noch wärmeren Wodka im Gegenstrom dafür sanft. Damit unerwünschte Stoffe aus dem Wodka entfernt werden könne, fließt er anschließend durch Aktivkohle. Danach fließt er wieder zurück in den Wärmetauscher und wird dort auf seine Normaltemperatur gebracht. Von dort aus läuft der Wodka über verschiedene Filtersysteme, bis er schlussendlich die Flasche erreicht.


SKYY Vodka

Dieser amerikanische SKYY Vodka aus San Francisco liegt im mittleren Preissegment. Hergestellt wird er aus Weizen und wird vierfach destilliert. Anschließen erfolgt die dreifache Filterung durch Aktivkohle, Cellulose und feine Cellulose.

Der SKYY Vodka versucht sich vor allem auf der Style-Ebene zu etablieren. So gibt es seit diesem Jahr eine Kollaboration mit dem Stylisten Mads Roennborg, der auf der Homepage des SKYY Vodka Beiträge zu den Fashion-Trends veröffentlicht.

Des Weiteren rief das Unternehmen im Jahre 2009 den SKYY SWAP Market in Deutschland ins Leben. Es handelt sich um eine Art Tauschbörse auf einer Party. Der Wert mitgebrachter, aussortierter Accessoires, Bekleidung oder Ähnliches werden eingangs geschätzt und gegen Jetons eingetauscht. Später können diese Jetons auf der Party dann gegen Gegenstände, die von anderen mitgebracht wurden, eingetauscht werden. Wer nichts abzugeben hat, kann die Jetons auch einfach zu Beginn kaufen und dann etwas auf der Party erstehen. Der Erlös der Party geht an die Berliner Aidshilfe e.V.


Grey Goose

Der Grey Goose Wodka aus dem oberen Preissegment stammt aus dem Norden  Frankreichs. Er hat einen weichen Geschmack, ein leichtes Mandelaroma und einen Alkoholgehalt von 40%. Die Grundlage für den Grey Goose bildet der Winter-Weizen aus der Picardie. Nachdem er fünffach destilliert wurde, wird er ins französische Gensac transportiert. Dort wird er vermischt mit frischem Quellwasser, das den Kalksteinbergen der Cognac-Region entspringt. Kreiert hat den Grey Goose Sydney Frank für den amerikanischen Markt im Jahre 1997. In einem Geschmackstest des englischsprachigen Magazins Russianlife  2001 lag der Grey Goose auf Platz eins.


Russian Standard

Die russische Vereinigung „Russian Standard“ stellt seit 1998 Wodka her, der sich an die klassische Formel des russischen Zaren Alexander III. hält. Diese wurde einst vom Chemiker Dimitrij Mendeleev, der übrigens auch das Periodensystem ersann, erforscht und festgelegt. Vor 1894 war die Wodka-Produktion in Bezug auf die Herstellung nicht reglementiert worden. Der Chemie-Professor der Universität in St.Petersburg studierte das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten des Wodkas. Abschließend stellte er fest, dass ein Wodka im besten Falle einen Alkoholgehalt von 40% haben sollte, und legte so den russischen Standard fest.

Die Premiumwodkas von Russian Standard werden aus winterhartem Weizen und Gletscherwasser aus dem Ladogasee hergestellt. Er ist mit einer Fläche von 17.000 Quadratkilometern einer der größten Seen Europas mit besonders weichem Wasser. Der winterharte Weizen stammt aus der fruchtbaren, schwarzen Steppe Russlands. Er wird im Herbst ausgesät und wächst langsam unter der später fallenden Schneedecke heran. Die beiden Rohstoffe landen gemeinsam in der 30.000 Quadratkilometer großen modernen Brennerei von Russian Standard in St. Petersburg.

Die Produktpalette von Russian Standard enthält den Russian Standard Original. Auch der Russian Standard Platinum wird vertrieben. Er wird ebenfalls nach der klassischen Formel Mendeleev’s hergestellt. Diese wird mit der modernen Silberfiltration kombiniert. Er wird auf der Homepage der Hersteller angepriesen als „ein Symbol für den Erfolg“. Der Imperia Wodka, ebenfalls aus der Produktpalette von Russian Standard, wird achtfach destilliert und durch Kristallquarz gefiltert, bis er zu einem Premiumprodukt wird.

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Allgemeines

In Deutschland wird eine Branntweinsteuer erhoben und von der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein verwaltet. Aus den Unterlagen des Bundesamtes für Statistik ist ersichtlich: Im Jahre 1960 lag in Deutschland der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Spirituosen noch bei 4,2 Litern. Dies bedeutete Branntweinsteuereinnahmen von 0,41 Milliarden Euro im Jahr. Seinen Höhepunkt erreichte der Alkoholkonsum im Jahre 1976. Es wurden 8,4 Liter Spirituosen pro Person im Jahr konsumiert. Für den Staat bedeutete das Steuereinnahmen von 1,72 Milliarden Euro. In den Jahren 1977, 1981 und 1982 wurde die Branntweinsteuer immer weiter angehoben. Im Jahre 2010 verschafft sie dem Staat Einnahmen von 1,99 Milliarden Euro. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch lag im Jahre 2010 bei 5,4 Litern.

Alleine in Deutschland arbeiteten laut Statistischem Bundesamt im Jahre 2010 in den rund 50 Betrieben der Spirituosen-Industrie 2961 Beschäftigte. Die deutschen Spirituosenhersteller machten einen Umsatz von 2,531 Milliarden Euro. Zählt man die importierten Spirituosen dazu, wird der Umsatz auf 4,5 Milliarden Euro geschätzt. Derzeit werden auf dem deutschen Markt 691 unterschiedliche Spirituosen angeboten (inklusive Mix-Spirituosen-Getränke). Insgesamt wurden 711 Millionen 0,7-Liter-Flaschen Spirituosen im Jahr 2010 in Deutschland verkauft. Der Wodka hatte im gleichen Jahr einen Anteil von 14 % auf dem deutschen Gesamtmarkt für Spirituosen.

Im Jahr 2009 wurden laut „The European Spirits Organisation“ europaweit 39 Hektoliter Spirituosen produziert. Auf Platz eins in Sachen Produktionsmenge lag dabei Großbritannien, gefolgt von Frankreich und Deutschland auf Platz drei. Zusammen mit Italien und Polen sorgen diese Länder für 71 % der europäischen Spirituosen-Produktion. Insgesamt machte die Spirituosen-Industrie Europas im Jahr 2009 einen Umsatz von 23 Milliarden Euro.

In der EU sind seit 1987 alle alkoholischen Getränke kennzeichnungspflichtig. Das bedeutet: auf dem Etikett muss ersichtlich sein, wie viel Alkoholgehalt in Prozent die Spirituose enthält. Außerdem muss zu sehen sein, wer der Hersteller bzw. Abfüller ist, die Flaschengröße, also zum Beispiel 0,7 Liter, und die Verkehrsbezeichnung des Produktes.
In den letzten Jahren entbrannte ein heftiger Streit zwischen den traditionellen Wodka-Herstellungsländern Skandinaviens und Polen mit den „neuen“ Herstellern der westlichen Welt. Diese hatten Wodka zum Beispiel aus Früchten, Molke oder Pressresten hergestellt. Traditionell wird Wodka allerdings aus Getreide oder Kartoffeln hergestellt. Polen und die skandinavischen Länder forderten, dass sich Spirituosen, die aus anderen Grundstoffen als Getreide oder Kartoffeln gewonnen werden, nicht Wodka nennen dürfen. Der Streit zog bis vor das Europaparlament in Straßburg. Dort wurde für die neue Spirituosenverordnung entschieden: Auch Spirituosen aus anderen Zusätzen dürfen sich Wodka nennen. Allerdings muss auf dem Etikett klar ersichtlich sein, woraus der Wodka tatsächlich hergestellt wurde. Ein europäisches Reinheitsgebot für Wodka wurde somit abgelehnt.

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Weitere Informationen zum Wodka

Im Internet

http://www.Wodkamuseum.ru/english/home/

http://www.russianstandard.com/premium_brands/rs_brands/

http://www.russlandinfo.de/informationen/wodka.html

Bücher:

„Russischer Wodka: Wodka aus Russland - Wodka in Russland“
von Roland Barthon, Books on Demand

 

„Wodka“ von W.S. Grigorjewa, Leopold Stocker Verlag