Korn bezeichnet man Brände aus Getreide

Korn


Oder auch Kornbrand, Doppelkorn
Getreidegeist, Getreidespirituose, alkoholisches Getränk aus Getreide

 

Wo war eigentlich der Anfang?

Seit wann genau Korn in Deutschland gebrannt wird, ist nicht bekannt. Sicher jedoch ist, dass im Jahre 1507 in Nordhausen, im Norden Thüringens, eine Steuer auf Korn verhängt wurde. Von 1545 – 1574 herrschte ein Verbot, das die Verwendung von Malz oder Korn zur Herstellung von Branntwein untersagte. Zum Ende des 16. Jahrhunderts, nach dem bereits wieder vollständig aufgehobenen Verbot, wurde das Kornbrennen zunehmend zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Das erste Reinheitsgebot gab es 1789 worin festgehalten wurde, dass mindestens zwei Drittel Roggen und höchstens ein Drittel Gerste verwendet werden mussten, denn man wagte auf Grund des zu teuren Getreidepreises, Korn aus Kartoffeln zu panschen, weil diese nun günstiger waren. Vor allem im Ruhrgebiet entwickelte sich im 19. Jahrhundert die Kornindustrie. 1909 folgte dann ein deutschlandweites Reinheitsgebot. Mit der durch den ersten Weltkrieg einhergehenden Nahrungsmittelknappheit kam auch wieder ein Verbot des Ausschanks von alkoholischen Getränken auf. Nur wenige Brennereien schafften es ihren Betrieb aufrecht zu erhalten und zwar zur Versorgung der Armeen. Die anderen waren gezwungen alles Einschmelzbare zugunsten der Rüstungsindustrie abzugeben und dadurch folgten Massenschließungen von Brennereien. Zur Zeit des Nationalsozialismus 1936 wurde die Herstellung von Korn verboten und erst knapp 20 Jahre später, im Jahre 1954 wieder aufgehoben.
 

Was macht einen Korn aus – worauf kommt es an

Das Getreide wird in Schrotmühlen vermahlen und anschließend mit heißem Wasser verkleistert, woraus sich die Sauermaische bildet. Durch Hinzugabe von Malz soll eine Verzuckerung der Getreidestärke erreicht werden, wodurch die sogenannte Süßmaische entsteht. Nachdem diese abgekühlt ist wird sie mit Hefe vergoren und es bildet sich Ethanol, der Trinkalkohol. Dann folgt die eigentliche, meistens mehrfache Destillation. Der daraus resultierende Rohalkohol mit ca. 85 % Vol. wird mit Wasser verdünnt und auf Trinkstärke gebracht. Um ein Korn zu sein muss die spirituose mindestens 32 Volumenprozent haben. Die Bezeichnung Kornbrand darf ab einem Alkoholgehalt von 37,5 % Vol. verwendet werden. Es handelt sich um einen Doppelkorn, wenn der Alkoholgehalt von 38 Volumenprozent erreicht wurde. Nach dem Gesetz dürfen und können verschiedene Getreidesorten, wie Roggen, Weizen, Gerste, Hafer und Buchweizen verwendet werden, wobei Hafer und Buchweizen eher kaum eine Rolle spielen. Vorwiegend basieren die Kornbrände auf Weizen oder Roggen. Um das benötigte Malz zu gewinnen wird hauptsächlich Gerste verwendet.
 

Die ältesten Kornbrennereien Deutschlands

Die Feinbrennerei Sasse in Schöppingen wurde 1707 das erste Mal urkundlich erwähnt und setzte sich bis heute auf dem Spirituosenmarkt durch. Mit ihrem Cigar Special Korn wurde sogar erstmals und einzig der beste kontinentaleuropäische Whisky hergestellt, wie man im Jahre 2010 bei der International Wine and Spirits Competition in London feststellte. Die seit 1739 existierende Brennerei Johann Heinrich Sallandt in Burgsteinfurt, in Westfalen, sowie Die Mackenstedter Kornmanufaktur, die 1750 in Groß-Mackenstedt bei Bremen gegründet wurde oder die seit 1807 bestehende Kornbrennerei J. Hullmann in Oldenburg mit der Marke Heydt – sie alle blieben uns mit ihrem traditionellen und besonderen Geschmack erhalten.

 
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